Zum 30. Jahrestag des Massakers an den politischen Gefangenen

Das Versprechen der ermordeten Generation, die es selbst nicht einlösen konnte, kann nur durch den revolutionären Sturz des kriminellen Systems der islamischen Republik Iran eingelöst werden.

30 Jahre sind vergangen seit tausende politische Gefangene innerhalb von nur zwei Monaten von den Schergen der reaktionären islamischen Republik ermordet wurden. Das verwundete iranische Volk wird die Verbrechen der Achtzigerjahre und das Massaker vom Sommer 1988 weder vergeben noch vergessen. Die iranische Regierung versuchte die Sehnsucht, den Widerstand und die Treue der jungen Leute, die ihr Leben gaben, um Unterdrückung und Ausbeutung zu beenden, in anonymen Massengräbern zu begraben. In den vergangenen Jahren und Monaten wurden selbst diese Gräber in dem vergeblichen Versuch ihre Verbrechen zu vertuschen, von der Regierung systematisch zerstört und geschändet. Doch die Erinnerung an die Ermordeten wird immer Modell und Inspiration sein, um den Kampf gegen die Befürworter und die Ausführenden dieser Verbrechen sein, um die Wahrheit aufzudecken

Viele der Gefangenen waren Frauen: Frauen, die in Massenaufständen kämpften, um den Schah zu stürzen und eine neue Gesellschaft zu schaffen, in der, Männer und Frauen gleichwertig sind, in der es keine Ausbeutung und Unterdrückung mehr gibt. Es waren Frauen die gegen Khomeinis reaktionären Schleierzwang standen und gegen das neu an die Macht gelangte theokratische Regime. Diese Frauen bewiesen in der Demonstration von Frauen in der iranischen Geschichte am 8. März 1977, gegen den Schleierzwang, dass sie nicht bereit waren, aufzugeben. Viele dieser Frauen wurden eingekerkert und grausamer Folter ausgesetzt. Sie opferten ihr Leben, aber weigerten sich, den Hijab, das Symbol der Versklavung der Frau zu tragen. Sie wiederstanden Einkerkerung, Auspeitschungen und anderer barbarischer Folter. Sexuell genötigt und vergewaltigt brachen sie nicht. Dieser Widerstand hinderte das Regime daran ein prototypisches Verhaltensmuster der muslimischen Frau für das größere Gefängnis zu etablieren. Während die weiblichen politischen Gefangenen heldenhaft einen ungleichen Kampf kämpften, ließen sich die Frauen im größeren Gefängnis der Gesellschaft nicht einschüchtern. Über vierzig Jahre kämpften sie auf verschiedene Arten gegen die Unterdrückung, die durch den Hijabzwang symbolisiert wird. In diesen vierzig Jahren war die entschlossene und machtvolle Präsenz von Frauen in verschiedenen Kämpfen wie beispielsweise den Aufständen 2009 und Januar 2018 so offensichtlich, dass selbst die proimperialistischen Medien sie anerkennen müssen. Die Anwesenheit von Frauen auf den Straßen des Aufstandes, die den Hijab als Zeichen der Unterdrückung ablegen und ihn als Flagge benutzen, um die frauenfeindliche islamische Republik anzugehen erschütterte die ideologische und politische islamische Republik und brachte die politischen Autoritäten dazu, diese ungehorsamen Frauen mit heftigen Strafen zu überziehen, um ein Ausbreiten des Kampfes zu verhindern.

Die Aufstände und Kämpfe von Arbeitern, Studenten, Frauen, Lehrern, Krankenschwestern, Fernfahrern, nationalen und religiösen Minderheiten gegen das islamische Regime als Hauptgrund für Armut und Elend, die ungewisse Zukunft der Jugend, unfassbarer Anstieg von Prostitution, Abhängigkeit, Obdachlosigkeit, Umweltzerstörung, Wasserknappheit, Organhandel, Handel mit Säuglingen, Leihmutterschaft haben die Legitimität des unterdrückerischen Regimes so unter Druck gesetzt, dass es um zu überleben wieder stärker auf den Unterdrückungsapparat von Haft, Folter und Hinrichtungen zurück greift. So soll den Imperialisten, besonders dem faschistischen Regime von Trump gezeigt werden, dass die iranische Führung weiter herrschen wird, wie bereits in den Sechzigerjahren: Durch den Mord an einer ganzen Generation von Revolutionären. Doch der Ärger und der Hass auf die vierzig Jahre andauernde Herrschaft eines theokratischen kapitalistischen Systems sind so intensiv und umfassend geworden, dass Leute sich nicht mehr einschüchtern lassen. Die furchtlosen Kämpfe von Frauen gegen Söldner des Regimes, wobei sie alle roten Linien überschreiten, die von der Regierung gezogen wurden, verbreiten sich in Berichten und Videos jeden Tag, sind Ausdruck einer mächtigen Bewegung, die die Regierung seit Jahren zu unterdrücken versucht hat.

Der Aufstand vom Januar, die anhaltenden Kämpfe und der Aufstand vom August zeigen, dass die Leute sich keine Illusionen über die verschiedenen Strömungen innerhalb des Regimes machen. Ein Slogan der gesungen wird: „Reformisten, Konservative, dies ist das Ende für beide von euch.“ Aus Mangel an revolutionärer Alternative zeigen einige ihre Unterstützung für die Überlebenden des reaktionären Schah-Regimes und die Imperialisten. Die vergiftete Propaganda der persisch sprachigen Medien, die sich den Imperialisten angeschlossen haben, zeigt sich hier.  Man darf nicht außer Acht lassen, dass die Verbrechen der islamischen Republik nicht ohne den weitverzweigten und umfassenden Geheimdienstapparat des Schahs denkbar sind. Die Basis des Geheimdienstes der islamischen Republik Iran ist mit der des SAVAK und des starken Sicherheitsnetzwerks des Schah Regime, das vor der Revolution protestierende und revolutionäre Jugendliche in die Folterkammern und vor die Exekutionskommandos schickte, identisch. Erinnern wir uns daran, dass die islamische Republik sich vor vierzig Jahren auf die vom Schah Regime geerbte Regierung verließ, dass die Frauen, Arbeiter und das ganze Volk versklavte. Von den Erfolgen der Kämpfe und Opfer dürfen nicht wieder die Imperialisten mit ihren reaktionären Alternativen profitieren. Wir haben immer darauf hingewiesen, dass dies eine Wahl zwischen schlimm und schlimmer ist und im Ergebnis die Leben von Millionen von Menschen ruinieren wird.

Mit bedeutsamem Schweigen unterstützten die imperialistischen Regierungen die Massaker an den politischen Gefangen in den Achtzigerjahren und auch 1988. Jetzt nach der Aufdeckung dieses Verbrechens über die Jahre durch Angehörige, Überlebende, radikale Organisationen und Parteien „informieren“ auch die Imperialisten über ihre Werbeagenturen wie BBC, Manoto oder the Voice of America usw. über die Massaker der Achtzigerjahre und den blutigen Sommer von 1988 und wollen die Verbrechen als Kampf um Menschrechte vereinnahmen. Im politischen Handel um die eigenen Interessen, benutzen sie die unvergesslichen und unverzeihlichen Verbrechen als Verhandlungsmasse, um die islamische Republik unter Druck zu setzen. Die Widersprüche des globalen Imperialismus und sein Umgang mit dem islamischen Regime haben nichts mit den Interessen der unterdrückten Massen zu tun. Wir dürfen es nicht erlauben, dass die Erfolge der Kämpfe und Opfer den Interessen der reaktionären Imperialisten und ihrer reaktionären Verbündeten im Iran zugutekommen.

Wir, die Aktivisten der „Kampagne gegen staatliche, soziale und häusliche Gewalt gegen Frauen im Iran“ gedenken der politischen Gefangenen der Achtzigerjahre und des Sommers von 1988 und teilen die Hingebung an den Kampf zum Aufbau einer neuen Gesellschaft. Durch die weitere Freilegung des Verbrechens im öffentlichen Raum kämpfen wir für die Freilassung der Gefangen, die möglich wird durch das Zertrümmern der Gefängnistüren. Wir erneuern unser Versprechen an alle Opfer, um die Menschen von Unterdrückung und Ausbeutung zu befreien. Wir glauben, der revolutionäre Sturz der islamischen Republik ist der erste Schritt auf dem Weg in eine Gesellschaft in der niemand eingesperrt oder bestraft wird für die Äußerung von Meinungen.

Die Kampagne gegen staatliche, soziale und häusliche Gewalt gegen Frauen im Iran
September 2018

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