Flugblatt Nummer 3: Countdown! Ein Ausbruch kommt!

Ein Sturm zieht auf und der Countdown zum Start unseres Protestes hat begonnen. Wir bereiten uns darauf vor, wieder einmal die Straßen zu besetzen, um am 8. März, dem internationalen Kampftag für Frauenrechte die Stimmen des Widerstandes der iranischen Frauen laut erklingen zu lassen. Am vierzigsten Jahrestag des Aufstandes der iranischen Frauen vom 8. März 1979 gegen den Schleierzwang werden wir der Kämpfe gedenken. Auf den Straßen von Deutschland (Hamburg), den Niederlanden (Den Hag) und Belgien (Brüssel) werden wir am 6., 7. und 8. März 2019 die Wurzeln der Proteste nachspüren. Die Frauen, die gegen den Schleierzwang aufbegehrten sind bekannt als die “Frauen der Revolutionsstraße”, da ihre Proteste dort begannen. Der 2017 begonnene Kampf hat sich über Teheran und andere Landesteile ausgebreitet und wird weitergeführt. Wir versuchen, die Kämpfe des iranischen Volkes gegen das Regime zu beschleunigen.

Warum das Erinnern an den 40. Jahrestag des Kampfes?

Der Aufstand der Frauen von 1979 ist ein goldenes Kapitel des hundertjährigen Kampfes und markiert einen großen Schritt vorwärts gegen Genderdiskriminierung. Die Frauen waren die ersten Opfer nach der Machtübernahme durch die islamistischen Fundamentalisten. Zur Festigung ihrer Macht versuchten sie zuerst die Frauen an die Wand zu drücken. Aber die Frauen waren die erste gesellschaftliche Gruppe, die die Rückständigkeit des neuen Regimes erfasste. Sie kämpften gegen die Angriffe auf ihre Grundrechte und entlarvten das Regime in seinem Ansinnen, weibliche Körper zu kontrollieren. Sie skandierten “Wir haben keine Revolution gemacht, um zurück zu gehen!” und schlugen so den Bogen zu einer grundsätzlichen gesellschaftlichen Kritik am islamistischen Regime. Der Kampf der Frauen gegen den Verschleierungszwang blieb ohne Hilfe durch andere revolutionäre Kräfte, doch die iranische Frauenbewegung war ins Leben gerufen worden. Zum ersten Mal in der Geschichte haben die iranischen Frauen, die sonst aktiv an fortschrittlichen Kämpfen teilgenommen hatten, unabhängig gegen die Unterdrückung gekämpft.

Warum kann der Fortschritt der Frauenbewegung nicht auf Frauen begrenzt werden?
Das islamische Regime hat seine Legitimität durch die tiefe politische und sozioökonomische Krise, verursacht durch innere Zerrissenheit und Druck von außen verloren. Auch die Kämpfe der Arbeiter und Unterprivilegierten Schichten tragen zu diesem Legitimationsverlust bei. Frauen hatten an allen Kämpfen sowohl zahlenmäßig, wie auch qualitativ einen hohen Anteil, aber die verstreuten Kämpfe gegen Genderdiskriminierung konnten sich zu keiner unabhängigen Massenbewegung formieren. Die Frauen- und andere soziale Bewegungen sollten in der Lage sein, die Lehren von 1979 anzuwenden. Der Kampf der Frauen behindert keine anderen fortschrittlichen Bewegungen – im Gegen Teil der Kampf kann dazu dienen die Positionen in Kämpfe gegen andere Formen der Unterdrückung einzubringen und zu stärken. Die Stärkung der revolutionären Frauenbewegung ist der Schlüssel, um die Wut der Frauen in andere Bewegungen zu tragen. So können die gemeinsamen Wurzeln der Unterdrückung gefunden werden.

Warum der internationalen Frauenbewegung beitreten?

Den weiblichen Körper als Verfügbarkeit zu verstehen, ihn auf der einen Seite freizügig als Ware zu präsentieren und auf der anderen Seite durch den Hijab zu verhüllen, sind zwei Seiten derselben Medaille. Beide entspringen männlichem Chauvinismus. Der Kampf der iranischen Frauen gegen den Verschleierungszwang ist Teil des globalen Kampfes gegen männlichen Chauvinismus und den Kapitalismus. Aus diesem Grund betrachten wir unseren Kampf Teil des Fortschrittes für Frauenrechte in der Welt und im Mittleren Osten.

Warum brauchen wir internationale Solidarität?

Durch die Verschärfung der sozioökonomischen und politischen Krise des islamischen Regimes und die Eskalation des Widerspruches zu den USA, die Sanktionen, die Streitigkeiten zwischen den neoliberalen Imperialisten werden die untersten Schichten der Bevölkerung und die Frauen am meisten leiden. Beide Seiten vermitteln das Bild, dass es nur zwei Lösungen gäbe: die Versklavung im Neoliberalismus oder islamischen Fundamentalismus. Wir aber wissen, dass diese Mächte sich zwar feindlich gegenüberstehen, gleich Zeit aber gemeinsame Interessen haben und nebeneinander existieren können und das Volk keinen Einfluss auf die Politischen Entscheidungen hat. Aus diesem Grund braucht das iranische Volk und gerade die Frauen keinen sogenannten internationalen Retter und keine islamistischen Fundamentalisten. Sie brauchen die Solidarität der Völker der Welt.

Warum gegen den Verschleierungszwang kämpfen?

Wir sind uns bewusst, dass der Kampf gegen die Unterdrückung der Frauen nicht auf den Kampf gegen Gewalt gegen Frauen und dieser Kampf nicht auf den Kampf gegen den Verschleierungszwang begrenzt werden kann. Im Iran jedoch ist der Verschleierungszwang das Herz der staatlichen Gewalt gegen Frauen. Er ist Symbol und die ideologische Basis des theokratischen Staates. Er ist der Hauptmechanismus zur Kontrolle von Körper und Sexualität von Frauen und verfestigt die Unterdrückung von Frauen durch den islamischen kapitalistischen Staat.

Aus diesem Grunde ist der Mobilisierung und Organisierung der Massen gegen den Hijabzwang, macht es möglich andere Bereiche der Gewalt gegen Frauen ins Visier zu nehmen, wie die frauenfeindlichen Gesetze und Strafen, die im islamischen Scharia Gesetz festgeschrieben sind. Das Fortschreiten auf diesem Weg der Einigkeit des Kampfes der Frauen gegen die Quellen dieser offensichtlichen Unterdrückung staatlicherseits kann die Frauenbewegung voranbringen. Der Sinn und Zweck der Idee der Solidarität besteht darin, auf jede mögliche Art zu helfen, dass der dreitägige Marsch der iranischen Frauenkampagne (Karzar) so erfolgreich wie möglich wird. wird

Reiht Euch ein bei den Frauen, die auf ihre eigene Kraft vertrauen und ihre Hingabe nach 40 Jahren des Kampfes gegen eines der bösartigsten Frauenfeindlichen Regime der Welt.

Reiht Euch ein bei den Frauen, die die laute Stimme der Unterdrückten sein wollen, die aber wissen, dass dieser Kampf nicht ohne einen Kampf gegen Genderunterdrückung überall auf der Welt erfolgreich sein kann.

Reiht Euch ein bei den Frauen die den Kampf gegen den Hijabzwang und andere Formen der Genderunterdrückung fortsetzen wollen, um durch eine Revolution die islamische Republik und alle ihren imperialistischen Unterstützern.

Tretet der Kampagne zum Kampf gegen staatliche, gesellschaftliche und häusliche Gewalt gegen Frauen im Iran (Karzar) bei und folgt unserem Aufruf an alle progressiven Kräfte und Individuen.

Reiht Euch ein in den dreitägigen Marsch, um die Stimme der iranischen Frauen lauter erklingen zu lassen.

Kampagne zum Kampf gegen staatliche, gesellschaftliche und häusliche Gewalt gegen Frauen im Iran (Karzar)

29 January 2019

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